Forschungsland ist abgebrannt

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Allerdings in der Regel nur, wenn auch das Angebot variiert. Und was für ein gesundes Wirtschaftsleben gilt, das stimmt auch für die Wissenschaft. Staatliche und private Hochschulen, FHs und Max-Planck-Institute, unabhängige Forschungseinrichtungen und gemeinnützige Forschungsvereine – sie alle tragen zu einer Wissenschaftslandschaft bei, die gleichermaßen bunt, innovativ und  ertragreich ist.

Nun strebt die Politik seit geraumer Zeit danach, Hochschulräume zu vereinheitlichen (Stichwort “Bologna”, Stichwort “Exzellenz-Initiative”), ja, man kann durchaus den Eindruck gewinnen: zu veröden. Unser Nachbar Österreich scheint nun auf dem Weg, wissenschaftliche Vielfalt grundlos und kurzsichtig zu beschädigen, schon einen guten Schritt weiter gekommen.

So sieht der aktuelle Budgetentwurf der sozialdemokratisch geführten Regierung Faymann vor, allen wissenschaftlichen Instituten und Einrichtungen, die weder Bund noch Ländern gehören, ab 2011/12 den Geldhahn zuzudrehen.

Eine von namhaften Wissenschaftlern getragene Gegen-Initiative mit dem Namen “WISSEN SCHAFFT ÖSTERREICH” spricht zu Recht von einer “Auslöschung von geistigem Kapitel Österreichs und einer intellektuellen Infrastruktur, die über mehrere Jahrzehnte aufgebaut wurde” und bittet alle Freunde einer reichhaltigen Forschungskultur um ihre (ideelle) Unterstützung. Über 8.000 UnterzeichnerInnen sind der Aufforderung im Netz bisher gefolgt.

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