Holzauge

Liebe LeserInnen,

wer jetzt erwartet hat, dass es gleich mit ‘Sex sells II’ weitergeht, versteht nicht viel von Spannungsbögen. Der Titel und meine ‘Drohung‘ ihn weiterhin mit Inhalt zu füllen scheinen jedenfalls, wenn man auf die aufmunternden (wohl meist männlichen!?) Reaktionen blickt, gewirkt zu haben. Aber keine Sorge da kommt schon noch was.

Viel interessanter fand ich diese Woche eine Bekanntmachung des BMBF zu einer Bund-Länder-Vereinbarung über den künftigen Aufbau eines Förderprogrammes zum “Auf- und Ausbau von Studiengängen, Studienmodulen und Zertifikatsangeboten im Rahmen des lebenslangen wissenschaftlichen Lernens”.

Da hierbei insbesondere auch das berufsbegleitende Studieren gefördert werden sollen, ist die Frage, wie dies Programm dann konkret ausgestaltet wird, für die AKAD/WHL und andere private Hochschulen von größtem Interesse. Denn bei den berufsbegleitenden Angeboten liegt einer der wesentlichen Wettbewerbsvorteile.  Da hier von 2010 bis 2018 immerhin 250 Mio. Euro verausgabt werden sollen, stellt sich die Frage nach möglichen Marktverzerrungen zu Ungunsten des privaten Hochschulsektors (der ja in letzter Zeit deutlich gewachsen ist, und vielleicht die eine oder andere Begehrlichkeit geweckt hat) bzw. möglichen positiven Markterweiterungen – je nach dem wie der Zugang zu den Fördermitteln (formal und informell durch die Auswahl der Gutachter) geregelt wird.

In der Bekanntmachung heißt es nämlich etwas dunkel:

“Antragsteller und Empfänger der Fördermittel sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, jeweils vertreten durch ihre Leitung. Der Schwerpunkt der Förderung liegt bei den staatlichen Hochschulen.”

… sei wachsam!

Ein Gedanke zu „Holzauge

  1. Hallo Prof. Remmele,
    Ihr wachsames Holzauge kann ich nur unterstützen. Schon in der Bund-Länder-Vereinbarung selbst zeigt sich eine staatliche Mentalität, die sich (scheinbar?) dem freien Wettbewerb zuwendet, um dann doch wieder den “eigenen Dunstkreis” zu bevorzugen. Zitat aus der Vereinbarung: “… Dazu sollen in einem wettbewerblichen Gesamtverfahren …”
    Schaut man sich die Zusammensetzung unserer Parlamente an (Beispiel Bundestag 2010: http://www.focus.de/politik/deutschland/17-deutscher-bundestag-herr-abgeordneter-mueller_aid_443643.html)drängt sich mir ein uralter, weltweit gleicher Grund dafür auf: “Die Familie hält zusammen”.
    PS: Toller Spannungsbogen – aber auch der bricht, wenn man ihn überspannt.
    Grüße Dermann

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