The great educational swindle II

Auch den Kommentaren zu meinem letztwöchigen Blogbeitrag war zu entnehmen, dass die Diskussion aktuell einen Nerv trifft.

Nachdem ich letzte Woche zur Problematik kultur/ethnien- bzw. geschlechtervergleichender Intelligenzmessung geschlaumeiert habe, möchte ich das Ganze noch mal zu den Gemüsehändlern und damit zum ökonomischen Hintergrund (… Wettbewerbsfähigkeit …) zurückbringen.

Die Sozialepidemiologen Wilkinson und Pickett (The Spirit Level 2010 – das Buch habe ich gelesen) haben nämlich festgestellt (sofern Statistiken-Stricken ‘Feststellen’ ist), dass Gesellschaften mit geringerer Einkommensungleichheit eine höhere Innovatität aufweisen. (Nix mehr Ungleichheit – mehr Anreiz – …)

Allerdings haben sie auch eine Vielzahl anderer Größen mit der Einkommensungleichheit in Verbindung gebracht. Und allgemein schneiden die egalitäreren Gesellschaften signifikant besser ab. Das betrifft natürlich auch wieder Bildungsfragen, wie etwa (wieder mit Vorsicht zu genießende) internationale Leistungsvergleiche oder die Zahl der Schulabbrecher.

Man könnte jedenfalls folgenden Schluss ziehen: Um den wirtschaftlichen Beitrag der Sozial-Schlechtergestellten (nicht nur der Migranten) zu erhöhen, könnte es auch helfen ihre relative soziale Situation zu verbessern – ganz ohne genetische Optimierung.

Ein Gedanke zu „The great educational swindle II

  1. Sehr geehrter Herr Prof. Remmele,

    grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass sich die Wissenschaft mit der aktuellen Diskussion um das Buch von Herrn Dr. Sarrazin und den darin enthaltenen Thesen beschäftigt, denn schließlich hat die große (und überwiegend positive) Ressonanz in breiten Bevölkerungsschichten gezeigt, dass Themen wie Bildung, soziale Stellung und Migration hochaktuell sind. Von Ihren bisherigen Kommentaren bin ich allerdings sehr enttäuscht. Meines Erachtens ist es keine wissenschaftliche und objektive Vorgehensweise, lediglich einen Artikel “über” ein Buch zu lesen und dann zu glauben, sich (gehaltvoll und einigermaßen fundiert) hierzu äußern zu können. Ihr aktueller Kommentar zeigt dies auch sehr deutlich: Wenn Sie das Buch gelesen hätten, würden Sie wissen, dass sich Sarrazin in seinem Buch auch mit den Auswirkungen relativer sozialer Ungleichheit unter Bezugnahme auf den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion befasst. Allerdings kommt in seinem Buch auch klar zum Ausdruck, dass eine simple Aussage, wie Sie sie am Ende Ihres Kommentars treffen (Verbesserung der relativen sozialen Situation = Erhöhung des wirtschaftlichen Beitrages), natürlich viel zu kurz greift, da hier noch zahlreiche weitere Faktoren relevant sind. Auf die Genetik nimmt er in diesem Zusammenhang übrigens gar keinen Bezug, dieser Aspekt wird in einem anderen Kapitel behandelt. Dies können Sie aber in Unkenntnis des Inhaltes natürlich nicht wissen. Somit kommt es, wie bei vielen, die das Buch nicht gelesen haben und sich dazu äußern, zu einer leider fehlerhaften Vermischung von Fakten.

    Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie bei einem weiteren Kommentar, der sich auf das o. g. Buch bezieht, selbiges bereits gelesen hätten, um eine sachliche Diskussion zu ermöglichen.

    Vielen Dank und freundliche Grüße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.