Innovationsland Deutschland? Ergebnisse des Global Innovation Index 2016

GRR_Forschungsnews_Rankings_jpganz objektiv betrachtet: Wie innovativ ist eigentlich Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern? Die kürzlich erschienene Ausgabe des Global Innovation Index beschäftigt sich unter anderem mit dieser Fragestellung und zeigt, dass es mit der Innovationsfähigkeit Deutschlands relativ zu anderen Ländern durchaus aufwärts geht. Wichtig ist dies, weil Innovation einen essenziellen Faktor globaler Wettbewerbsfähigkeit darstellt – nicht nur für das einzelne Unternehmen, sondern auch auf nationaler Ebene.

Eine Zusammenfassung von Prof. Dr. Robert Rossberger

Der Global Innovation Index wurde 2007 von der Business School INSEAD mit dem Anspruch initiiert, ein komplettes Abbild von Innovation auf nationaler Ebene zu erfassen. Er versucht dabei, soweit möglich, die zur Verfügung stehenden offiziellen innovationsrelevanten Daten pro Land zu integrieren. Vereinfacht ausgedrückt besteht der Index aus zwei Subindizes, die den Innovationsinput und -output eines Landes wiederspiegeln und die „Pillars“ genannt werden.

Das Input-Pillar umfasst Institutionen (politische und gesetzliche Faktoren), Humankapital und Forschung (Bildung, Forschung und Entwicklung), Infrastruktur (Informations- und Kommunikationstechnologie), den Entwicklungsstand der Wirtschaft (Wissensausbreitung und -absorption, Innovationsnetzwerke) und der Märkte (Handels-, Finanz- und Investmentfaktoren). Dagegen umfasst das Output-Pillar wissenschaftliche Ergebnisse (Patente, neue Geschäftsideen) und kreative Ergebnisse (kreative Produkte und Services).

Top 10: Die innovativsten Länder der Welt

Im Global Innovation Index 2016 hat es Deutschland nun zum ersten Mal unter die Top-Ten geschafft. Betrachtet man die Bewertungsmethodik des Index, lässt sich feststellen, dass dies hauptsächlich konstant guten Werten der Indikatoren Wissensbildung, Forschung, Entwicklung und Patente zu verdanken ist.

So gestaltet sich das Ranking der innovativsten Länder:

Platz 1: Schweiz
2015: Platz 1; 2014: Platz 1
Stärken: Politische Verhältnisse, freundliches Unternehmensumfeld

Platz 2: Schweden
2015: Platz 3; 2014: Platz 3
Stärken: Bildung, Forschungssysteme, kleine und mittelständische Unternehmen

Platz 3: Großbritannien
2015: Platz 2; 2014: Platz 2
Stärken: Infrastruktur, Humankapital und Forschung
Gefahr: Brexit

Platz 4: USA
2015: Platz 5; 2014: Platz 6
Stärken: Hochschulwesen, kulturelle und kreative Dienstleistungen

Platz 5: Finnland
2015: Platz 6; 2014: Platz 4
Stärken: Öffentliche Institutionen, Forschung und Humankapital

Platz 6: Singapur
2015: Platz 7; 2014: Platz 7
Stärken: Forschung und Humankapital, Informations- und Kommunikationstechnologien

Platz 7: Irland
2015: Platz 8; 2014: Platz 11
Stärken: Technologie- und Wissensdiffusion und Outputs

Platz 8: Dänemark
2015: Platz 10; 2014: Platz 8RR_Forschungsnews_Deutschland_jpg
Stärken: Forschung und Humankapital, Start-up freundlich

Platz 9: Niederlande
2015: Platz 4; 2014: Platz 5
Stärken: Online-Dienstleistungen, Patentanmeldungen, kreative Outputs

Platz 10: Deutschland
2015: Platz 13; 2014: Platz 13
Stärken: Forschung und Entwicklung, Wissensbildung, Patente

Die aktuelle Ausgabe des Global Innovation Index können Sie kostenlos und vollständig hier herunterladen.

Weiterführende Informationen

Wer noch tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet in diesem wissenschaftlichen Fachartikel von AKAD-Professor Rossberger Einblicke in die wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen von Innovationsfähigkeit: „Participative and Team-Oriented Leadership Styles, Countries’ Education Level, and National Innovation: The Mediating Role of Economic Factors and National Cultural Practices” in Cross Cultural Research.

Autor: Professor Dr. Robert Rossberger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.