Fernstudium von der Steuer absetzen – so geht’s

Haufen mit GeldscheinenEin Fernstudium bringt Ihnen neben fachlichem Know-how auch eine Menge Steuerersparnisse. Unser Gastautor hat für den AKAD Blog zusammengefasst, was Sie bei Ihrer nächsten Steuererklärung unbedingt angeben – und dafür am besten ab sofort die betreffenden Belege und Rechnungen aufheben – sollten.

Ein Gastbeitrag von Johannes Kral

Ein Fernstudium ist immer eine Investition in die eigene berufliche Zukunft. Ideell, zeitlich…aber eben auch finanziell. Gut finanzierbar ist das Ganze trotzdem. Nicht nur, weil es sich mit der Berufstätigkeit flexibel vereinbaren lässt, sondern auch, weil die Studierenden einen Großteil der Kosten steuerlich geltend machen können. Denn der Staat beteiligt sich an den meisten Ausgaben für ein Studium. Sie können als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden und mindern damit die Steuerlast bzw. führen zu einer Steuererstattung. Sogar ganz ohne Einkommen können Fernstudenten Steuern sparen. Durch einen sogenannten Verlustvortrag können dem Finanzamt alle Studienausgaben per Steuererklärung angezeigt und in spätere Jahre mitgenommen werden. Das Amt merkt sich diese Verluste und nach dem Studium bzw. bei Berufseinstieg werden die vorgetragenen Verluste mit dem zu versteuernden Einkommen verrechnet. Den Verlustvortrag könnte man damit auch als Steuergutschrift für die Zukunft bezeichnen.

Studienkosten als Sonderausgaben oder Werbungskosten absetzen?

Wer ein Fernstudium als eine Erstausbildung absolviert, kann pro Jahr Studienkosten in Höhe von maximal 6.000 Euro als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Als klassische Erstausbildung gilt zum Beispiel das Bachelor-Studium ohne vorherige abgeschlossene Berufsausbildung. Sonderausgaben können aber nur in dem Jahr, in dem sie tatsächlich anfallen, steuerlich geltend gemacht werden. Ein Verlustvortrag ist damit (eigentlich) nicht möglich.

Wer das Studium als eine Zweitausbildung absolviert, kann Studienkosten in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten angeben. Unter eine Zweitausbildung fallen etwa:

  • das Master-Studium
  • ein Studium nach abgeschlossener Berufsausbildung
  • ein duales Studium

Der Vorteil bei Werbungskosten liegt darin, dass diese auch als Verlust vorgetragen werden können. Wer nicht mehr als den Steuerfreibetrag von 8.652 Euro (in 2016) verdient, kann damit trotzdem alle Studienkosten geltend machen.

Hinweis: Die steuerliche Ungleichbehandlung von Studenten in Erst- und Zweitausbildung wurde bereits 2014 vom Bundesfinanzhof als verfassungswidrig befunden. Aktuell liegt das Verfahren beim Bundesverfassungsgericht. Bis eine endgültige Entscheidung gefällt worden ist, empfiehlt es sich auch für Studierende im Erststudium, ihre Studienausgaben als Werbungskosten anzugeben. Dann können auch Kosten über 6.000 Euro abgesetzt bzw. ein Verlustvortrag gemacht werden.

Im Detail: Was können Fernstudenten von der Steuer absetzen?

Die Liste der absetzbaren oder als Verlust vortragbaren Werbungskosten ist lang. Für viele Ausgaben gewährt das Finanzamt auch einfach Pauschalen und fordert nicht einmal Belege. Als einzige Voraussetzung sollte erfüllt sein, dass das Fernstudium der ernst gemeinten Weiterbildung oder beruflichen Zwecken dient. Hobbylehrgänge oder die Teilnahme an Einzelseminaren können nicht steuerlich geltend gemacht werden. Hier ein kurzer Überblick zu den steuermindernden Studienkosten:

  • Studiengebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Seminargebühren (Anmerkung der Blog-Redaktion: Fallen beim AKAD-Fernstudium nicht an)
  • Fahrtkosten: Fahrten zu Präsenzveranstaltungen oder Prüfungen können pauschal mit 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer angegeben werden. Auch Bahn- und Flugtickets werden bei Vorlage entsprechender Nachweise berücksichtigt.
  • Übernachtungskosten: Hotelübernachtungen im Rahmen des Fernstudiums sind voll anrechenbar.
  • Verpflegungskosten: Für jeden Tag Abwesenheit vom Wohnort zu Studienzwecken gibt es pauschal 24 Euro.
  • Arbeitsmittel: Büromaterial & Co. können bei Vorlage von Rechnungen komplett abgesetzt werden. Ohne Nachweise gilt eine Pauschale von 110 Euro im Jahr.
  • Fachliteratur: Hier gilt eine Pauschale von 80 Euro. Mit Belegen können auch höhere Kosten abgesetzt werden.
  • Telefon/Internet: Pro Jahr können pauschal 240 Euro geltend gemacht werden.
  • Bewerbungskosten: Für Bewerbungen gibt es 8,50 Euro pro klassischer Bewerbungsmappe oder alternativ 2,50 Euro je Online-Bewerbung.

Die Steuererklärung speziell für Studenten

Ob klassisch in Papierform, mit Hilfe einer Steuer-CD oder über einen Online-Anbieter – es gibt viele Möglichkeiten, eine Steuererklärung zu erstellen. Ein speziell auf die Bedürfnisse von Studenten spezialisierter Anbieter ist die Plattform www.studentensteuererklärung.de. Ein selbst entwickeltes Online-Steuertool navigiert die Nutzer dabei anhand einfacher Fragen, mit vielen Hilfen und Tipps durch ihre Steuererklärung und ermöglicht eine maximale Steuererstattung. [Anmerkung der Blog-Redaktion: Die Plattform ist gebührenpflichtig. Allerdings fällt die Gebühr nur an, wenn der Studierende vom Finanzamt tatsächlich eine Steuerrückerstattung erhält. Die Höhe der Gebühr beträgt dann 12 Prozent der Steuererstattung.]

Über den Autor

Gastautor Johannes Kral ist Head of Content bei Studentensteuererklärung.de.

2 Gedanken zu „Fernstudium von der Steuer absetzen – so geht’s

    1. Die Hinweise und Informationen haben mir weiter geholfen.
      Dankeschön für diesen gut beschriebenen Artikel !! [->Empfehlenswert]

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