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Wofür ein MBA Global Business gut sein kann

Ein internationaler MBA-Abschluss, wie ihn AKAD zusammen mit der amerikanischen University of Louisville anbietet, ist auf den ersten Blick vorallem ein Karriere-Turbo. Auf den ersten Blick! Denn unbezahlbar ist, was man mit diesem MBA-Studium Global Business so nebenbei an Kenntnissen in der interkulturellen Kommunikation und internationalen Zusammenarbeit erwirbt. Dafür sorgen die zwei vierwöchigen Blockphasen auf dem Campus der University of Louisville in Kentucky. Dort wird man als MBA-Teilnehmer ganz schnell zum USA-Experten!

Was passieren kann, wenn man glaubt, man kenne die USA ja schon und so anders seien die Amerikaner gar nicht, zeigt der Artikel von Prof. Dr. Torsten Bügner, Key Advisor des MBA-Studiengangs Global Business an der AKAD University. Viel Vergnügen bei „Just call me Bob“!

MBA Global Business der University of Louisville

Wie kann es sein, dass es zu einer so großen Zahl von Problemfällen bei Geschäftsbeziehungen kommen kann – mit einem Land wie den USA, das wir doch alle zu kennen glauben, dessen Kommunikationsstandards uns Tag für Tag via Medien vermittelt werden und dessen Einfluss sich bis in die deutsche Sprache – dem viel gescholtenen „Denglisch“ – verfolgen lässt. Wir gehen zu „meetings“, schreiben „mails“, „googeln“, wenn wir Informationen brauchen, damit der „kick-off“ zum neuen „incentive program“ auch gelingt und wir alle „peak performer“ werden.

Hier hilft vielleicht die in der interkulturellen Wirtschaftskommunikation häufig zitierte Eisberg-Metapher weiter. Kultur ist wie ein Eisberg, 90% der Substanz sind für uns nicht sichtbar. Auf die Geschäftswelt übertragen: Kulturelle Unterschiede bemerken wir meist erst dann, wenn es zu spät ist.

Ein weiterer Grund ist, dass wir mit Englisch inzwischen eine globale „lingua franca“ der Wirtschaft besitzen, was bei allen Vorteilen auch Tür und Tor für Missverständnisse öffnet. Denn diese gemeinsame Sprache suggeriert etwas, was nicht der Fall ist – nämlich, dass wir uns verstehen. Wenn wir Englisch sprechen, verwenden wir zwar das gleiche Vokabular wie unsere Geschäftspartner, die Vorstellungen in unserem Kopf, die Assoziationen, die wir mit einem Begriff oder einer Redeverwendung verbinden, können jedoch fundamental anders sein.

Dies fängt in der deutsch-amerikanischen Kommunikation bereits bei der Begrüßung an: „How are you?“ hat nun einmal nicht die Lexikonbedeutung von „Wie geht es Ihnen?“ und ist keinesfalls eine Aufforderung zur Darstellung des eigenen physischen und emotionalen Zustandes, sondern bedarf – je nach Kommunikationssituation – nur der Standardantwort „fine, thanks“ oder auch gar keiner Entgegnung. Eine freundliche Begrüßung ist Ausdruck von „professional courtesy“, der hochgradig standardisierten Kommunikation im amerikanischen Geschäftsleben, deren ungeschriebene Gesetze von allen Beteiligten eingehalten werden.

Diese professionelle Höflichkeit ist ein fruchtbarer Quell immer wiederkehrender transantlantischer Mißverständnisse und Irritationen. Amerikaner gelten für Deutsche als freundlich aber oberflächlich, Deutsche sind für US-Bürger formal und ehrlich bis hin zur Unhöflichkeit. Die Gründe für derartige Stereotypen sind inzwischen von einer Vielzahl von Wissenschaftsdisziplinen erforscht worden. Im Folgenden nun einige Beispiele für häufigen Reibungsflächen zwischen Deutschen und Amerikanern.

Freundlichkeit und Offenheit

Die kulturell bedingten Unterschiede von Verhalten und Interaktion waren bereits in den dreißiger Jahren Gegenstand einer Reihe von Analysen des deutsch-amerikanischen Psychologen Kurt Lewin. Nach Lewin teilen die Amerikaner ihre Alltag in einzelne Abteilungen, „compartments“, ein – etwa Arbeitswelt, Hobbies, Freizeit, Weiterbildung usw. Menschliche Beziehungen werden einzelnen „compartments“ zugeordnet; weitere Verpflichtungen sind damit nicht verbunden. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich einfach, freundlich und offen zu sein. Ganz anders die Deutschen. Hier wird zu Beginn sehr stark auf Formalität und Distanz geachtet, sobald die Beziehung aber weiter fortgeschritten ist, findet eine Kommunikation quer über die Grenzen der „compartments“ statt.

Rollenverhalten

Die eben erwähnten Unterschiede erklären auch das von Deutschen häufig kritisierte Rollenverhalten der Amerikaner. Der gleiche Bob, den man schon nach zehn Minuten mit dem Vornamen anreden soll und der einen gestern beim ersten Gespräch gleich nach Hause einladen will, zeigt sich heute bei Verkaufsverhandlungen als eisenharter Gegenspieler, um später dann am Flughafen sich herzlichst vom „new friend“ Hans zu verabschieden. Dr. Jekyll and Mr. Hyde? – mitnichten; Hans ist nur in zwei „compartments“ mit unterschiedlichen Kommunikationsstilen gelandet – abgesehen davon, dass „Freund“ und „friend“ nicht identisch sind und Einladungen nach Hause ohne konkreten Termin nur eine höfliche Beendigung eines Gesprächs darstellen.

Zeitverhalten

Obwohl beide Kulturen nach E.T. Hall als monochron gelten können – Abläufe werden in einzelne Abschnitte unterteilt, eine Aufgabe wird nach der anderen erledigt – gibt es auch im Zeitverhalten Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern. Nicht die Deutschen, wie immer behauptet wird, die Amerikaner sind Weltmeister der Pünktlichkeit. Meetings – und davon gibt es jede Menge in amerikanischen Unternehmen – beginnen auf die Minute genau. Gehetztes Zuspätkommen signalisiert nicht Geschäftigkeit und Arbeitsethos, sondern Unprofessionalität und schlechtes Zeitmanagement.

Kritikverhalten

Während ein deutscher Facharbeiter oder Angestellter kein besonderes Lob von seinem Vorgesetzen erwartet, solange er seine Arbeit gut macht, bei Kritik jedoch ein Reden-um-den-heißen-Brei verabscheut, verhält es sich bei Amerikanern genau anders herum. Amerikaner sind es gewohnt, von kleinauf gelobt und angespornt zu werden: „You can do it!“ und „Everyone can be a winner!“ Das Kritikverhalten ähnelt eher den Gepflogenheiten im asiatischen Raum als deutscher Direktheit. Kritik wird in Geschenpapier verpackt. Immer sollten zuerst positive Aspekte der Leistung betont werden, die Kritik ist dann eher indirekt und niemals vor einer Gruppe zu formulieren, um dann am Ende einen positiven Ausblick in die Zukunft zu geben. Ähnlich verhält es sich mit Misserfolgen – sie sind Stufen auf dem Weg zum Erfolg. Wer einmal geschäftlich gescheitert ist, ist durchaus noch kreditwürdig, schließlich wird er den gleichen Fehler nicht wieder machen.

Was hier beispielhaft und in aller Kürze gezeigt werden sollte: Bei Geschäftsbeziehungen mit Amerikanern lohnt ein genaueres Hinsehen auf die kulturellen Unterschiede, was aufgrund der oberflächlichen Ähnlichkeiten der beiden Länder häufig vergessen wird. Bei Verhandlungen z.B. im arabischen oder asiatischen Raum erwartet man kulturelle Differenzen, in den USA selten, was häufig zu geschäftlichen Mißerfolgen führt, für die man keine Erklärung parat hat. Die noch junge Disziplin der interkulturellen Wirtschaftskommunikation bietet hier ein reiches Instrumentarium zur Vorbereitung auf internationale Geschäftsbeziehungen, so dass man das nächste Mal gewappnet ist, wenn es wieder heißt: „just call me Bob“.

MBA Global Business an der University of Louisville in Kentucky
MBA Global Business an der University of Louisville in Kentucky

Bei Interesse am MBA Global Business: Hier gibt es detaillierte Informationen.

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