Kickoff-Meeting des VVH-Projekts in Ankara

Ankara SitzungIm Rahmen des von der EU geförderten Programms für lebenslanges Lernen fand das erste Treffen des Projektes Volunteering Validation Highway (VVH) vom 3. bis zum 6. November in Ankara statt. An dem wir, einige Mitarbeiter und Studierende von der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr uns mit Partnern aus Finnland, Italien, Portugal, Rumänien, Spanien und der Türkei getroffen haben, die ebenfalls im Bereich der Erwachsenenbildung und der Organisation der ehrenamtlichen Arbeit tätig sind. Das Projekt soll einen Erfahrungsaustausch zum Thema freiwillige und ehrenamtliche Arbeit ermöglichen. Allerdings haben wir uns unter der Leitung von Dr. Marion Fields vom Ok-Opintokeskus (OK-Bildungszentrum/Finnland) auch das ehrgeizige Ziel gesetzt, in den nächsten zwei Jahren ein europaweit gültiges Validierungsinstrumentarium zu entwickeln, mit dem informell erlernte Kompetenzen, die in der freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit erlernt werden, gemessen werden können. Für dieses Vorhaben sollen Social-Media-Tools(Facebook, Twitter etc.) systematisch genutzt und in die Validierung eingebunden werden.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang Validierung?

Analog zur formalen Bildung sollen die Bildungsleistungen, Lernerfahrungen und (Handlungs-) Kompetenzen, die die in der freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit Engagierten erworben haben, in einem strukturierten Verfahren erfasst und gemessen werden. Durch die Validierung dieser Bildungsleistungen sollen unnötige Bildungsschleifen für bereits erworbene Handlungskompetenzen entfallen, bescheinigt werden und wenn möglich zu einem formalen Abschluss führen.

Mit diesem Instrumentarium sollen in einem weiteren Schritt dann auch die informellen Kompetenzen von Menschen gemessen und formell bestätigt werden können, die aus unterschiedlichen Gründen und Benachteiligungen im Berufsleben bisher formell noch keine Kompetenzen erworben haben. So soll diesen dann mit den formell bestätigten Kompetenzen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt bessere Chancen für einen qualifizierten Berufsweg ermöglicht werden.

Auch mit Blick auf den Fachkräftemangel könnte mit diesem System Menschen eine Fachausbildung ermöglicht werden und dem Problem des Fachkräftemangels in entsprechenden Bereichen in den europäischen Ländern entgegengetreten werden. Besonders unserem Projektpartner aus der Türkei ist es ein wichtiges Anliegen, dass den vielen in der Türkei in der ehrenamtlichen Arbeit Beschäftigten, die bisher nicht über einen formellen Abschluss verfügen, ein formeller Bildungsabschluss ermöglicht wird.

Während des Treffens in Ankara wurde das weitere Vorgehen besprochen beziehungsweise die geplanten Arbeiten aufgeteilt und für das Projekt grundlegende Fragen geklärt. Wir, von der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr, werden im Rahmen des Projektes einen Fragebogen entwickeln, der dabei helfen soll, die Bildungsleistungen, Lernerfahrungen und (Handlungs-) Kompetenzen in den entsprechenden Feldern zu evaluieren. Zuvor sollen Gruppendiskussionen an den Standorten der beteiligten Institutionen für die Befragung Informationen zu den möglichen Kompetenzen liefern. Auch die Diskussionspunkte für die Gruppendiskussionen werden von uns zusammengestellt. Einen ersten Entwurf des Fragebogens wollen wir bereits Anfang März 2014 beim zweiten Meeting in Valencia vorstellen.

Weitere Meetings in Italien, Portugal, Rumänien und Finnland sollen folgen, von denen ich berichten werde. Durchaus haben wir uns mit unserem Vorhaben ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt, das wir vielleicht nicht erreichen werden, aber sicherlich werden die Meetings einen Erfahrungsaustausch ermöglichen, der im Rahmen des lebenslangen Lernens nicht zu unterschätzen ist. Aber das erfahren Sie ja dann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *