“Digitale Bildung ist der Schlüssel zur Zukunftsfestigkeit unseres Landes”!

Zum Thema und anlässlich des 11. AKAD Forum „DIGITALE BILDUNG MIT UND GEGEN KÜNSTLICHE INTELLIGENZ – survival of the fittest!?“ haben wir ein Grußwort von Dorothee Bär, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung erhalten. Dieses unterstreicht noch einmal deutlich, dass die Digitale Bildung der Schlüssel zur Zukunftsfestigkeit unseres Landes ist.

Staatsministerin Dorothee Bär, Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.

Grußwort von Dorothee Bär, MdB, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung

Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung verändern grundlegend die Art und Weise, wie wir lernen, arbeiten, konsumieren und kommunizieren. Dieser Transformationsprozess wirkt sich auf alle Bereiche von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aus und fordert insbesondere auch unser Bildungssystem. Denn das Tempo, mit dem neue Technologien Einzug in die Arbeitswelt und in unsere Bildungseinrichtungen halten, ist hoch.

Das Ziel der Bundesregierung ist klar: Wir wollen Vollbeschäftigung mit Digitalisierung erreichen. Deshalb fördern wir den Einsatz neuer digitaler Technologien zielgerichtet, damit jeder Einzelne die Chancen, die sich durch die digitale Transformation ergeben, ergreifen kann. Investitionen in Bildung, Weiterbildung und Qualifizierung sind Voraussetzung für die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit unserer Wirtschaft und Gesellschaft.

Auch wenn die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt im Einzelnen noch unklar sind, werden sich Arbeitsplätze und die Anforderungen an Qualifikationen und Fähigkeiten verändern. In fast jedem Beruf ist heute digitales Wissen gefragt. Viele Menschen machen sich daher Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Technologischer Fortschritt schafft aber immer auch neue Arbeitsplätze. Wir müssen daher deutlich machen, dass mit der Anwendung neuer Technologien neue Berufe und Tätigkeitsfelder entstehen, die vielen Menschen neue Chancen bieten.

Um den Strukturwandel in Arbeitswelt und Arbeitsmarkt zu gestalten, wollen wir die Aus- und Weiterbildung in unseren Klassenzimmern, Hörsälen, Berufsschulen und Betrieben auf die neuen Anforderungen der Digitalisierung ausrichten. Kontinuierliches Lernen im Berufsleben muss selbstverständlich werden – für jeden und in jedem Alter. Dieser Anspruch ans Weiterlernen im Beruf betrifft Lehrkräfte an Schulen, Ausbilder in Betrieben und Dozenten an Hochschulen in besonderer Weise. Die Aus- und Weiterbildung von Lehrenden ist für mich zentraler Dreh- und Angelpunkt, um digitale Bildungskonzepte an Schulen und Hochschulen sowie in der Aus- und Weiterbildung umzusetzen.

Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz werden Arbeitswelt und Arbeitsmarkt entscheidend prägen. Unser Ziel sind innovative KI-Anwendungen, die den Menschen unterstützen und entlasten. Menschliche Fähigkeiten sollen durch KI nicht ersetzt, sondern gestärkt werden. KI bietet zudem ganz neue Chancen für neue, individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Lerners zugeschnittene Lernkonzepte.

Voraussetzung für die Vermittlung digitaler Bildung ist eine flächendeckende moderne digitale Infrastruktur in Bildungseinrichtungen. Zur Digitalisierung unserer Schulen leistet die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag. Mit dem „Digitalpakt Schule“ und der Offensive “Digitales Klassenzimmer” zum Breitbandausbau bringen wir zwei zeitlich und inhaltlich aufeinander abgestimmte Großprogramme für die Digitalisierung von Schulen an den Start. Für den Digitalpakt Schule wird der Bund insgesamt 5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die Überarbeitung der Lehrpläne, die Entwicklung pädagogischer Konzepte und vor allem die Qualifizierung der Lehrkräfte ist Aufgabe der zuständigen Länder. Ich bin sicher, dass wir damit einen erheblichen Schub für die Digitalisierung unserer Schulen geben.

Auch in der Berufsbildung schreitet die Digitalisierung voran. Kaum ein Ausbildungsberuf kommt heute noch ohne aktuelles Wissen über Digitalisierung aus. Daher unterstützt die Bundesregierung mit der Dachinitiative „Berufsbildung 4.0“ den digitalen Wandel in der Aus- und Weiterbildung. Und mit der „Nationalen Weiterbildungsstrategie“ haben sich Bundesregierung, Sozialpartner und Länder auf ein gemeinsames und abgestimmtes Engagement zur Stärkung der Weiterbildung verständigt.

Digitale Bildung bedeutet aber nicht bloß, neue Technologien zu bedienen lernen. Es geht darum, Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden und Studierenden umfassende Kompetenzen zu vermitteln und sie gut auf die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen vorzubereiten. Wer in der digitalen Welt bestehen will, muss vor allem neugierig und kreativ sein. Daher müssen moderne Bildungskonzepte sich verstärkt darauf ausrichten, Schlüsselkompetenzen wie konzeptionelles und kritisches Denken, Kreativität, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln. Dazu gehört auch, die Logik des Programmierens und ein Grundverständnis für KI zu vermitteln. Jeder sollte ein Verständnis davon haben, wie Algorithmen trainiert werden und wie die Qualität der Trainingsdaten die Ergebnisse beeinflusst. Programmieren sollte daher Pflichtfach in unseren Schulen werden.

Auch die Medienerziehung muss insbesondere in der Schule eine viel größere Rolle spielen. Auch hier brauchen wir zeitgemäße Konzepte zur Vermittlung eines reflektierten Umgangs mit digitalen Medien und eine fundierte Diskussion über die Chancen und Risiken. Denn gerade beim Einsatz von KI stellen sich Fragen, wie die Würde, die Autonomie und die Selbstbestimmung des Einzelnen gewahrt bleiben und gefördert werden kann.

Wir befinden uns durch die digitale Transformation mitten in einer großen gesellschaftlichen Umgestaltung. Als Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung konzentriere ich mich darauf, wie wir den Einsatz neuer Technologien in unserer Gesellschaft voranbringen können. Denn die Art und Weise, wie wir leben, wird sich noch viel rascher verändern, als wir es bisher kennen. Diese Entwicklungen sollte uns aber nicht Bange machen, sondern vielmehr anspornen, kreativ und mutig unsere Zukunft zu gestalten.

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