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Führungskräfte stehen im Epizentrum der Digitalen Transformation

Ausdifferenzierung des Begriffs “Digital Leadership”

“Digital Leadership”, ein Begriff der zur Zeit häufig undifferenziert verwendet wird. Daher werden wir drei unterschiedliche Themenbereiche, welche sich häufig unter diesem „Sammelbegriff“ verbergen, betrachten: Digital Business Leadership, Digital Leadership und Digital Self-Leadership.  

Digital Business Leadership

meint Leadership im Sinne von Unternehmensführung. Hier geht es um Management im Sinne von Unternehmensführung und um Themen wie Strategie, Vision und Mission des Unternehmens. Kurzum um die Führung der Organisation

Digital Leadership

versteht Leadership im Sinne von Personalführung, also Führung im engeren Sinne. Dieser Themenbereich fokussiert in Richtung Mitarbeiterführung, Leadership, Innovationsmanagement und Changemanagement. Es geht um „die bewusste und zielbezogene Einflussnahme auf Menschen“ im Kontext der Digitalen Transformation. Hier ist der Bezug zur „Bremswirkung des Faktors Mensch“ am größten. 

Digital Self-Leadership

meint die Selbstführung und das Selbstmanagement der Führungskraft im Digitalisierungskontext. Hier geht es um Themen wie Weiterentwicklung und Kompetenzen der Führungskraft aber auch um Effekte und Auswirkungen des Selbstmanagements der Führungskraft wie zum Beispiel Vorbildfunktion, Attraktivität und die Fähigkeit zur Weiterentwicklung von Mitarbeitern.

Leadership wird durch “Digital” wohl eher nicht einfacher

Für alle diese Bereiche gilt: Die Führungskräfte stehen im Epizentrum der Digitalen Transformation. Sie müssen es schaffen in einem dynamischen, unsicheren und sich ständig verändernden Umfeld digitale Geschäftsmodelle zu etablieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Diese dynamischen Umweltbedingungen sind nicht allein der Digitalisierung geschuldet, sondern auch anderen Themenbereichen wir z.B. Internationalisierung, Diversität, Demographischer- und Wertewandel. Also Bereiche, die ebenfalls interagieren und sich gegenseitig beeinflussen. Zusammengefasst werden diese Umweltbedingung häufig mit dem Begriff VUCA umschrieben. Das Akronym setzt sich zusammen aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität und lässt die Herausforderung erahnen denen sich heute Führungskräfte stellen müssen.

Dies stellt höchste Anforderungen an eine Führungskraft welche sich als „Digital Leader“ versuchen möchte oder muss: An die Führungskraft selbst hinsichtlich des Potentials und Willen zur persönlichen Weiterentwicklung und richtungsweisenden Gestaltung in einem unsicheren und dynamischen Umfeld. Und dies in Kombination mit der Fähigkeit unter solchen dynamischen und für die Führungskraft selbst neuartigen und unsicheren Bedingungen, Mitarbeiter in nachhaltig zielführender Weise zu führen, um die gewünschten Ziele zu erreichen.

Bereits hier zeigt sich eine natürliche Dialektik, welche erahnen lässt, dass Leadership durch „Digital“ wohl eher nicht einfacher wird und dass die Digitale Führungskraft zu Bewältigung dieser Aufgaben einiges an Kompetenzen braucht. Als generell wichtige Führungskompetenzen werden oft Fach-, Methoden und Sozialkompetenzen genannt.

Einen Blick auf ausgewählte Kompetenzen, welche im Rahmen der Digitalen Transformation von spezifischer Bedeutung sind, werden wir in einem neuen Beitrag aufgreifen. 

Ein Beitrag von Prof. Dr. Robert Rossberger
Er ist Professor für Unternehmensführung und Internationales Management an der AKAD University. Neben umfassenden Tätigkeiten in Forschung und Lehre gründete der Goldschmied und Gemmologe eines der deutschlandweit ersten E-Commerce-Start-ups im Schmuck- und Edelsteinbereich, baute das Graduiertenkolleg der Technischen Hochschule Deggendorf auf, war Mitbegründer des Bavarian Journal of Applied Sciences und ist als Gutachter für weltweit führende wissenschaftliche Journals tätig. Zu seinen Referenzen gehören unter anderem Veröffentlichungen in Cross Cultural Research, Creativity and Innovation Management und dem International Journal of Selection and Assessment.

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