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#MutmacherIn@AKAD: Heiko Faure

In unserer Reihe #MutmacherIn@AKAD teilen Studierende und Alumni herausfordernde Situationen, Höhen und Tiefen sowie motivierende Ereignisse aus ihrem Leben mit uns.

Entscheidungen treffen erfordert Mut. Manche Aufgaben, Projekte oder Ziele erfordern viel Ausdauer. Da kann ein guter Rat oder motivierender Impuls sehr hilfreich sein.

Im Gespräch: Heiko Faure, AKAD-Ambassador und Alumnus

Heiko Faure
Einfach machen. | Heiko Faure

Heiko Faure ist seit 2019 Head of Competence Center bei Bechtle Digital Solutions. Er hat an der AKAD University Wirtschaftsinformatik studiert und ist als AKAD Ambassador beim Karrierenetzwerk AKAD Connect aktiv. Er erzählt uns heute von einem ganz persönlichen Projekt, bei dem er den Mut hatte, es “einfach zu machen”.

Heiko, was fällt Dir zum Thema “einfach machen” ein?

Dazu fallen mir gleich zwei der größeren Leistungen in meinem Leben ein: mein Studium und einen Marathon, den ich 2019 gelaufen bin, weil ich wissen wollte: Schaffe ich diese 42 Kilometer, und zwar aus meinem normalem Lauftraining heraus?

Wahnsinnig mutig? Oder wahnsinnig naiv?

Okay, das klingt nach einer großen Herausforderung, und es stellt sich mir die Frage: Ist das jetzt wahnsinnig mutig oder einfach nur wahnsinnig naiv?

Gute Frage, mit einer für mich einfachen Antwort. Vorab ist mir aber eins wichtig: Ich zolle allen großen Respekt, die mit viel Disziplin und Aufwand darauf hingearbeitet haben, einen Marathon überhaupt oder in einer für sie herausfordernden Zeit zu laufen. Dies sind diejenigen, die es zu bewundern gilt. Es ist kaum vorstellbar, wieviel Kraft es kostet, als Laufanfänger diese Distanz zu bewältigen, oder die eigene Bestzeit zu unterbieten.

Nun zu Deiner Frage: Vielleicht war meine Herangehensweise an den Lauf für manche eine Mischung aus beidem – Mut und Naivität. Ich hatte für mich aber einfach das Gefühl: Ich kann das! Also einfach gesagt: Loslaufen, durchhalten, ankommen. Mein Umfeld hat, nicht überraschend, anders reagiert: “Heiko, das macht man so nicht”, habe ich gehört, oder: “Du fällst da tot um.” Ich bin regelmäßiger Läufer, meist so zehn bis zwölf Kilometer, bin auch schon ab und an aus dem Stand heraus einen Halbmarathon gelaufen. Aber bis dahin noch keinen Marathon. Ich wollte für mich selbst einfach herausfinden, ob das geht. Also habe ich mir gesagt: “So, du machst das jetzt”. Und dann habe ich mich zum Köln Marathon angemeldet. Es gibt da übrigens eine Parallele zu meinem AKAD-Studium: Auch damals erhielt ich Signale, das sei nicht der richtige Weg, mitten im Berufsleben stehend und als bis dahin einziger der Familie, der studiert. Und dennoch habe ich es geschafft. Weil ich auch damals wusste: Das klappt schon, ich kann das.

Loslaufen, durchhalten, ankommen.

Rhythmus, Disziplin und ein bisschen Stumpfsinn

Aber einfach mal rund 42 Kilometer laufen… Hast Du während des Laufs nicht zwischendurch gedacht: Oh je, was mache ich hier eigentlich?

Naja, es war irgendwann nicht mehr sinnvoll, aufzuhören. Ich wusste eh nicht, wo ich war, und wusste nur: Zurück ist es viel weiter. [lacht] Ich habe zwar nicht gezielt auf den Marathon trainiert, aber ich habe mich dennoch an einen klaren Plan gehalten, wie ich den Lauf angehe. Wie ich vorher und währenddessen esse und trinke, bei welchem Kilometer beispielsweise. Dazu habe ich mich im Vorfeld beraten lassen und es dann strikt durchgezogen. Rhythmus und Disziplin und auch ein bisschen Stumpfsinn [lacht] haben mich bis ins Ziel getragen. Übrigens noch so eine Parallele zum Studium: Damals hatte ich feste Lernzeiten, an die ich mich stoisch gehalten habe.

Diese Taktik ist abermals aufgegangen: Du bist mit einer ganz passablen Zeit ins Ziel gekommen – nach 4:26 Stunden. Was war Dein erster Gedanke hinter der Ziellinie?

Ja, die Zeit war schon klasse – insbesondere, wenn man bedenkt, wie ich so ab Kilometer 34 rumgetorkelt bin [lacht]. Viel cooler war das Gefühl circa 200 Meter vor der Ziellinie: Völlig überraschend sah ich nach einer Linkskurve auf einmal den Zieldurchlauf vor mir, ich dachte: Krass… ich hab’s tatsächlich geschafft! Noch emotionaler fand ich aber später zuzuschauen, wie sich diejenigen ins Ziel kämpften, die fünf Stunden und mehr gelaufen sind. Das sind für mich die wahren Helden eines Marathons.

Den ersten Schritt machen

Würdest Du sagen, dass sich Deine Erkenntnisse aus dieser sportlichen Leistung aufs „normale“ Leben übertragen lassen?

Auf jeden Fall! Auch, wenn es dazu alte, abgenutzte Sprüche gibt, so stimmt es einfach: Nicht reden, sondern handeln. Den ersten Schritt machen, nicht lamentieren. Nicht problem- sondern lösungsfokussiert agieren. Am Ende ist vieles eine Frage der Einstellung. Ich kann mein ganzes Leben davon reden, dass ich gerne einen Marathon laufen möchte – oder es einfach machen. Dazu braucht es natürlich Mut. Aber ich kann nur allen sagen: Ob Marathon oder ein anderes Lebensziel – seid mutig! Versucht es doch einfach!

Lieber Heiko, vielen Dank, dass Du mit uns diese Erinnerung an deinen ersten Marathon geteilt hast – und vielleicht hast Du ja den oder die eine/n oder andere/n angesteckt mit „einfach machen“?

Sei auch Du ein #MutmacherIn@AKAD!

Hast auch Du Lust von dir zu erzählen? Dann würden wir uns sehr über eine Nachricht von dir freuen! 

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