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#MutmacherIn@AKAD: Jasmina Tiedemann

Entscheidungen treffen erfordert Mut. Manche Aufgaben, Projekte oder Ziele erfordern viel Ausdauer. Da kann ein guter Rat oder motivierender Impuls sehr hilfreich sein. 

In unserer Reihe #MutmacherIn@AKAD teilen AKAD-Studierende und -Alumni herausfordernde Situationen, Höhen und Tiefen sowie motivierende Ereignisse aus ihrem Leben mit uns.

Jasmina Tiedemann

Heute im Gespräch: AKAD-Alumna Jasmina Tiedemann

Jasmina Tiedemann hat einen Bachelor in International Business Communication an der AKAD University erworben. Sie arbeitet als Flugbegleiterin in Hamburg – aktuell als Senior Cabin Attendant. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Was diese mit ihrer Mutmacher-Geschichte zu tun haben, erzählt sie uns jetzt.

Liebe Jasmina, kleine Kinder, Erwerbsarbeit und Studium zu vereinbaren, ist nicht leicht. Du hast es geschafft – und willst nun anderen Mut machen. Wie kam es dazu, dass du mit drei kleinen Kindern auch noch nebenberuflich studiert hast?

Zu Beginn meines Studiums hatte ich noch keine Kinder – sie waren zu dem Zeitpunkt nicht einmal im Gespräch. Ich bin seit 2011 Flugbegleiterin bei der Firma Eurowings, habe vorher eine kaufmännische Ausbildung erfolgreich absolviert. Zum Zeitpunkt meines Studienbeginns wurde ich gerade entfristet. Ich dachte mir, Mensch, jetzt geht das Erwerbsleben endlich los und ich habe es geschafft, mein Hobby zum Beruf zu machen. Kinder passten da nicht in meinen Plan. Das Studium wollte ich eigentlich ganz schnell durchziehen neben meiner Vollzeitstelle. Und dann kam alles anders.

Nicht den einfachen Weg gehen

Bachelorarbeit mit Baby – eine Herausforderung.

Hand aufs Herz – wie oft dachtest du: Ich höre auf, ich schaffe das nicht?

Es gab Momente – und die hatte ich oft – an denen ich dachte: Warum gehst du nicht einen vermeintlich einfacheren Weg? Aber das liegt nicht in meinem Naturell. Ich habe kurz nach allen drei Geburten sehr schnell wieder gearbeitet und studiert. Ich brauchte das – für meinen Kopf und eventuell auch, um mir zu beweisen: Ich kann alles erreichen, was ich will, wenn ich fleißig bin. Egal wie die Lebensumstände gerade sind. Auch wenn man sich manchmal auch kurz zurück nehmen muss, um sich selbst zu reflektieren: Was sind meine Ziele? Ist das, was du gerade tust, noch der richtige Weg? Wie glücklich bist du mit dem, was du tust? Ein Fernstudium erlaubt dir diese Flexibilität und das empfinde ich als fantastisch. 

Was hat dich weitermachen lassen?

Ein Schlüsselmoment war für mich, als mein großer Sohn nach seiner Geburt schwer krank wurde. Wir waren lange im Krankenhaus, meine nicht mal zwei Jahre alte Tochter daheim bei Oma und Opa und meinem Ehemann. Ich saß am Krankenhausbett meines zehn Tage alten Kindes und hatte meine Lernzettel in der Hand für eine Klausur, zu der ich mich ursprünglich ganz optimistisch noch um den Entbindungstermin angemeldet und nicht rechtzeitig abgesagt hatte. Da brach alles über mir zusammen.

Wahnsinn. Das klingt nach einer sehr einschneidenden Erfahrung.

Es war ein schrecklicher Ausnahmezustand. Ich war nicht mehr belastbar. Da wusste ich: Ich mache jetzt eine Pause vom Studium. Und zwar jetzt und sofort. Es fühlte sich im ersten Moment an wie eine Niederlage. Kurz darauf musste ich mein Ziel also neu definieren und es lautete: “Ok, jetzt ist gerade kein Platz mehr für das Studium. Sei für deine Familie da. Komm’ zu Kräften. Aber danach starte wieder durch.” Aufgeben kam für mich nicht infrage. Mein Sohn gab ja schließlich im Krankenhaus auch nicht so einfach auf. Heute ist er Gott sei dank kerngesund. Und ich Alumna an der AKAD – trotz zwei Jahren selbst auferlegter Pause im Studium.

Jede freie Minute genutzt – auch nachts

Nicht nur Eltern können sich vorstellen, welch belastende Zeit das gewesen sein muss. Umso schöner, dass die Geschichte gut ausging und ihr zurück im Alltag wart. Wie sah er so aus, dein Lernalltag?

Am Anfang des Studiums, also ohne Kinder, empfand ich es als sehr schwierig, eine erfolgreiche Lernroutine durch meinen doch sehr unbeständigen Beruf zu entwickeln. Fernstudium muss man erstmal lernen. Ich habe zum Beispiel im Hotel nach Dienstende gelernt. Als meine Tochter zur Welt kam, lernte ich viel während des Stillens, meistens nachts. Generell habe ich jede freie Minute genutzt. Und jedes frischgebackene Elternteil weiß auch – davon gibt es nicht viele. Ich habe drei Kinder innerhalb von vier Jahren bekommen. Mit jedem musste ich mich neu erfinden. Aber ich glaube, wir alle sind ein super Team geworden über die Jahre.

“Wir sind alle ein super Team geworden.”

Wer waren deine größten Unterstützer? Und warum? 

Mein größter Unterstützer und mein größter Kritiker war und ist mein Ehemann. Er hat mich dazu gebracht, dass ich mitten im Studium für eine längere Zeit pausierte. Rückblickend war das essenziell notwendig. Die Zeit im Krankenhaus war eine Situation, die mich sehr geprägt hat. Hätte mein Mann nicht gesagt: “Halt und Stopp, bis hier hin und nicht weiter”, ich hätte nichts mehr auf die Reihe bekommen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Flexibel sein – und den Kopf nicht in den Sand stecken

Was rätst du anderen, die vor der Entscheidung stehen, Kind(er), Job und Studium zu meistern?

Kinder, Beruf und Studium schließen sich nicht aus. Aber man muss bereit sein, dafür auch Kompromisse einzugehen. Berufliche und private Situationen können sich schnell ändern und man muss bereit sein, eine enorme Flexibilität an den Tag zu legen und sich alten und neuen Herausforderungen zu stellen. Und nicht den Kopf in den Sand stecken. 

Und welche Herausforderung möchtest du als nächstes meistern? 

Ich möchte meinen Master in Wirtschaftspsychologie beginnen und freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. Und wer weiß, promovieren finde ich auch sehr interessant?

Liebe Jasmina, ganz herzlichen Dank, dass du mit uns diese persönlichen Momente geteilt hast! Wir wünschen dir nur das Beste für deine beruflichen und privaten Pläne!

Sei auch Du ein #MutmacherIn@AKAD!

Hast auch du Lust von dir zu erzählen? Dann würden wir uns sehr über eine Nachricht von dir freuen! 

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