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Den Unterschied in der Sozialen Arbeit machen

Wer in der Praxis der Sozialen Arbeit einen Unterschied machen will, braucht dreierlei, sagt Dr. Jutta List-Ivankovic. Sie ist Studienleitung im Fach Pädagogik des Studiengangs Soziale Arbeit an der AKAD University. Und sie hat – nicht nur aufgrund jahrelanger Praxiserfahrung – wertvolle Tipps für Studierende, die sie uns hier näher erläutert.

Ein echtes Interesse an Menschen: Grundvoraussetzung für eine Karriere in der Sozialen Arbeit.

Erstens …

… benötigt man ein echtes Interesse an den Menschen, die einem im Arbeitsfeld begegnen. Dies beinhaltet die Bereitschaft und vor allem intrinsische Motivation, über sich hinauszuwachsen und ständig dazu zu lernen. Eine gewisse Offenheit für die Menschen und ihre Lebenskonzepte in der Praxis ist wichtig. Es kann auch erforderlich sein, sich über „Standardarbeitszeiten“ hinaus zu engagieren. Damit meine ich, dass ich mir, gerade wenn ich in Leitungspositionen der Sozialen Arbeit tätig bin, natürlich Mitarbeiter:innen wünsche, die nicht einfach den Stift fallen lassen oder aufhören zu denken, wenn 17 Uhr ist und auch ansonsten vor allem auf die Kaffeepause schielen und die Zeit im institutionseigenen Büro verbringen, aber wenig Interesse an den Menschen haben. Eine Familie, gerade Kinder und Jugendliche sind oft auf die Mitarbeiter:innen angewiesen und dies kann auch außerhalb der festgelegten Zeiten passieren. Mitarbeiter:innen die nur an ihre Zeit denken frustrieren jede Leitungskraft in sozialen Institutionen, weil es einen täglichen enormen Einsatz erfordert, unter Bedingungen des heutigen Sozialstaats Institutionen der Sozialen Arbeit aufzubauen, am Leben zu erhalten und auszubauen. Es ist also hilfreich als angehende Sozialarbeiterin, als angehender Sozialarbeiter zu zeigen, dass man wirklich seine menschliche und professionelle Rolle verstanden hat, die Rolle, die man für die einem anvertrauten Menschen spielt.

Zweitens…

Zum Zweiten braucht es eigenständige Mitarbeiter:innen, d. h. solche, die nicht einfach darauf warten, dass sie alles mundgerecht von der Leitung serviert bekommen, sondern, die selbst- und eigenständig Angebote an die Leitung machen, wie Probleme gelöst werden können, wie die Sozialen Arbeit dann auch weiterentwickelt werden kann. Sehr wertvoll sind Mitarbeiter:innen, die zum Beispiel proaktiv Projekte entwickeln und Beziehungen zu anderen sozialen Einrichtungen knüpfen. Die Vernetzung und Zusammenarbeit von Institutionen im sozialen Bereich halte ich für sehr wichtig. So können gut aufeinander abgestimmte Angebote für die Zielgruppen entstehen. Auch eine gewisse soziale Kompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeiten sollten gute Mitarbeiter:innen mitbringen, damit die Arbeit gelingt und Freude macht.

Drittens…

Zuletzt aber braucht es drittens auch Resilienz, d. h. Achtsamkeit mit sich selbst, um nicht in der Sozialen Arbeit auszubrennen. Die Kunst ist, ein gutes Work-Life-Blending hinzubekommen, welches privates und berufliches synergetisch miteinanderkombiniert, anstatt es gegeneinander auszuspielen. Das kann auch mal bedeuten, sich für zwei-drei Tage auszuklinken und im Homeoffice z. B. an einem Projektantrag oder Bericht zu arbeiten oder vor 16 Uhr zu gehen. Wie man das hinbekommt und welches persönliche Maß bzw. welchen Arbeitsstil man selbst oder für sich braucht, um gesund und leistungsfähig zu bleiben, ist tatsächlich ein Lern- und Trainingsprozess ohne Patentrezepte, an dem man dranbleiben muss. Die Arbeitskultur im Unternehmen bzw. in der sozialen Einrichtung spielt dafür auch eine große Rolle und trägt zu einer nachhaltig hochwertigen und qualitativ überzeugenden Arbeit bei.

Über die Autorin

Dr. Jutta List-Ivankovic ist Studienleiterin im Fach Pädagogik des Studiengangs Soziale Arbeit an der AKAD University. Mehr zu ihrem Werdegang hat sie uns kürzlich im Interview verraten.

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